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First Ride: Radon Slide Carbon 27,5 9.0

Jun 18 '15 | Von Capitano

Nach Auspacken des Versandkartons verursacht der Enduro-Bolide schon den ersten Wow-Effekt. Diese Farbe! Unzählige Bilder habe ich in diversen on- und offline Magazinen schon gesehen und das Bike als irgendwie Blau abgespeichert. Die Realität ist mehr Grün als Blau, eine Art von Türkis – je nach Lichteinfall. Auf jeden Fall ein Schmuckstück! Digitale Fotografie kommt hier an ihre Grenzen. Ein realistisches Abbild des Lackes konnte ich mit der Kamera genauso wenig erzeugen wie die anderen Tester zuvor.

 

 

Und die erste Fahrt? Nun, der Vergleich mit meinem alten Mountainbike ist ziemlich unfair. Immerhin habe ich in den letzten Jahren „nur“ ein Hardtail unter dem Hintern gehabt. Dieses habe ich aber nicht geschont, sondern konsequent verschiedenste Trails damit beackert. Und doch ist der Unterschied wesentlich größer als ich es mir gedacht hätte. Das Prädikat „unfahrbar“ gibt es nicht mehr. Limits muss ich künftig nur noch aufgrund meines Fahrkönnens oder meiner Psyche setzen. Das Bike schneidet wie ein Florett durch die Wälder und Wiesen. Abwärts kann man es fliegen lassen.

  

Die Potenz dazu nimmt das Bike aus dem harmonischen Fahrwerk bestehend aus Rock Shox Pike RCT3 Dual Position Air und Rock Shox Monarch Debonair RT3 mit je 160 mm Federweg. Die 180er SRAM Guide RS Bremsen packen sauber und dosiert zu. Die Rock Shox Reverb Stealth Sattelstütze lässt sich präzise auf die zum Terrain passende Höhe einstellen. Der leichte Carbonrahmen hat eine ausgewogene Geometrie und lässt den Fahrer mit sehr hohem Druck in die Pedale treten. Als passionierter Hardtailer war mir klar, dass die Downhill-Welt mit dem Radon nun in Ordnung sein würde, aber sicher würde der Uphill künftig darunter leiden. Falsch gedacht! Zuerst zeigt einem die Waage nicht mehr als 12,3 kg (ohne Pedale) in der Rahmengröße M an. Will man steile Rampen und längere Auffahrten sportlich bewältigen, so lässt sich das Bike perfekt darauf einstellen.

 

 

Ein Dreher an der Pike und sie senkt sich im Travel-Mode ein wenig ab, sodass man eine marathonähnliche Position einnehmen kann. Zusätzlich sind die Lockout-Modi des Rock Shox Fahrwerks super antriebsneutral. Die knackige SRAM X0 tut dann ihr Übriges – Vortrieb fast wie beim Racebike! Auch sollte nicht unerwähnt bleiben, dass die 2fach-X0 Schaltung eine sehr große Bandbreite für steile Rampen bietet, ein Vorteil zur 1fach Schaltung, den ich gerade auf Alpencross-Abenteuern nicht missen möchte. Dass Radon mit dem Mavic Crossmax XL auch an einen hochwertigen Laufradsatz und an eine Kettenführung gedacht hat, ist fast schon selbstverständlich. Über Preis-Leistung brauchen wir daher gar nicht erst reden – man sehe sich die Preise der Konkurrenz nur mal an.

 

 

Bleibt noch die negative Seite des Slides zu nennen. Die Folgekosten. Ich kann jetzt nämlich erst einmal in den nächsten Laden spazieren und mir ein paar wertige Protektoren in den Einkaufswagen packen. Das verschwenderisch hohe Potenzial der Trailrakete erfordert wohl diesen Schritt!

Schlagwörter:
endurobike testreview

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